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Badische Turnerzeitung

Badische Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften im Mannschafts-Orientierungslauf

Dietzenbach bei Frankfurt war Austragungsort der Deutschen Meisterschaften im Mannschafts-Orientierungslauf am 20. September diesen Jahres. Die sonst eher ein Schattendasein fristenden Mannschaftsmeisterschaften gerieten durch die perfekte Organisation des OLV Steinberg zu einem Erfolg mit einem ungewöhnlich großen Starterfeld. Nach dem Jahrhundertsommer diesen Jahres hatte wohl keiner damit gerechnet, dass sich dieser Mitte September noch einmal zurückmelden könnte. Er tat es aber - und so kam es zum einzigen Kritikpunkt der Veranstaltung, nämlich dem Fehlen von Getränkeposten. Welcher Orientierungsläufer denkt aber wirklich an seinen Durst, wenn er sich auf Postenjagd begibt...

Beim Mannschafts-OL besteht die Aufgabe darin, außer einer Pflichtstrecke, die alle Läufer ablaufen müssen, noch zusätzliche Posten untereinander aufzuteilen und abzulaufen. Dabei ist es wichtig, die Stärken der einzelnen Mannschaftsmitglieder und die Schwierigkeit der Aufteilposten richtig einzuschätzen, so dass sich am Schluss alle drei Läufer einer Mannschaft möglichst gleichzeitig im Ziel wieder treffen. Gelingt dies nicht, müssen die ersten am Ziel warten und verschenken so wertvolle Zeit, die zur Suche weiterer Posten hätte genutzt werden können. Mit diesem Prinzip wird die sonst auf Individualität ausgerichtete Hauptwettkampfform Einzel-OL aufgebohrt - mit dem Ergebnis, dass neben guter Kondition und Orientierung tatsächlich Kollektivgeist und Führung gefragt ist.

In einer großartigen Leistung erlief sich die Frauen-Mannschaft der Gundelfinger Turnerschaft (Meike Jäger, Judith Pfleger, Helga Matusza) einen hervorragende Silbermedaille in der Damen-Hauptklasse. Die 7 Pflicht- und 25 Aufteilposten suchten sie in 65:38 min zusammen und lagen damit ca. 4 min hinter der siegreichen Mannschaft der TG Northeim. Dieses Ergebnis ist umso bemerkenswerter als Helga Matusza die sehr viel jüngeren Eliteläuferinnen unterstützte. Die GTS-Mannschaft war damit weitaus heterogener aufgebaut war als die Konkurrenz. Den Gundelfingern gelang also offensichtlich das Kunststück der optimalen Leistungseinschätzung und Postenaufteilung.

Weitere Erfolge gibt es aus der männlichen Jugend zu berichten. Die H14-Mannschaft der OLG Ortenau (Johannes Heizmann, David Schilli, Camill Harter) hatte das Aufteilen ebenfalls gut geübt. Innerhalb von nur 40 Sekunden fanden sich alle drei am Sammelpunkt kurz vor dem Ziel ein, nachdem sie zuvor ihre 5 Pflichtposten und 13 Aufteilposten angelaufen waren. Gemeinsam ging es dann im Endspurt ins Ziel. Jetzt waren die drei gespannt, was ihre Zeit wert war. Beim Blick auf die Ergebnisliste stellten sie mit Freuden fest, dass sie einen hervorragenden 4. Platz erreicht hatten. Mit 33:59 min lagen sie nur 3 Minuten von der Bronzemedaille entfernt, welche an den SSV Planeta Radebeul fiel. Silber ging an den SV TU Ilmenau und Gold an den OSC Kassel. Auch die H18-Jungs der Gundelfinger Turnerschaft (Max Gaedtke, Michael Oehler, Christopher Koppermann) verpaßten Bronze nur um anderthalb Minuten. Die 7 Pflicht- und 20 Aufteilposten fanden sie in 54:45 Minuten. Plätze 1 - 3 belegten Post Telekom Dresden, USV TU Dresden und der OSC Kassel.

Andreas Hoferer, Dirk Fritzsche

Foto (Lucas Heizmann) : Schülermannschaft der OLG Ortenau beim Sammelposten und Zieleinlauf.