Vilnius Challenge 2013
1. Juni 2013
von Marcus Schmidt

Vilnius Challenge 2013

Ein abenteuerliches Orienteering Event in verschiedenen Disziplinen quer durch die Hauptstadt Litauens

Ein sportliches Erlebnis sondergleichen sollte uns am 1. Juni im Heimatland von Mindaugas Andrulis geboten werden. Denn die Vilnius Challenge, schon im 5. Jahr als innerstädtisches 'Adventure Race' in 2er-Teams mit über 1000 Teilnehmern ausgetragen, bot eine Menge Abwechslung und Herausforderungen. Wie die meisten Teams entschieden sich auch Mindaugas und Marcus mit ihren jeweiligen Partnern für die anspruchsvolle mittlere Distanz, der 'Sport-Bahn' (SPO-M) mit über 40 km. Es galt vom Start weg mit einer speziellen Karte, einem Mix aus 3D-Stadtplan und OL-Karte, alle Kontrollposten der Reihe nach zu finden. Während die meisten Posten auf der Karte eingezeichnet waren, gab es jedoch einzelne Posten, deren exakter Standort nur durch das Lösen von Rätseln preisgegeben wurde oder durch das Folgen eines kniffligen Roadbooks. Andere Posten konnten nur gefunden werden, wenn man sich exakt einer vorgegebenen Strecke entlang bewegte, die als geschlängelte Linie auf der Karte eingezeichnet war.

Unterwegs galt es dann immer wieder an vorgegebenen Stationen die Disziplin zu wechseln, ohne jedoch vorab zu wissen, zu welchem Zeitpunkt auf welche Disziplin. Klar war einzig, dass die ersten Kilometer laufend bewältigt werden mussten. Alle weiteren Informationen konnten dann von der auf der Karte aufgedruckten Postenbeschreibung entnommen werden. Diese erhielt man jedoch erst nach dem Betreten der Startzone, welche bis zum gemeinsamen Start nicht mehr verlassen werden durfte. Schließlich um 11 Uhr, nach einer kurzen Vorbereitungszeit mit der eigenartigen Karte und der komplexen Bahnführung, der Startschuss für alle Sport- und Beginner-Teams (nur die wenigen Elite-Teams gingen bereits um 9 Uhr auf die lange, herausfordernde Tour). So machten sich gleichzeitig über 400 Teams auf den Weg zum ersten Posten.

Aber schon die erste Überraschung, statt eines Postens, nur ein Plakat, auf dem der 'echte' erste Posten markiert war. Allerdings, vor lauter Köpfen war der kleine Kartenausschnitt kaum zuzuordnen, so dass wir uns mit kalkulierbarem Risiko entschlossen, den vielen bereits weglaufenden Teams einfach zu folgen. Glück gehabt, nicht weit vor uns bildete sich die Schlange vor dem gewünschten Posten und vor allem vor dem nächsten Rätsel zum 2. Posten "Gehe 1+2+…+19+20 Meter nach Süden". Okay, macht in Summe 210 Meter, und schon zieht sich wie vom Veranstalter beabsichtigt, das Läuferfeld auseinander, und wir kommen in einen guten Flow. Weiter geht es entlang einer auf der Karte vorgegebenen Linie, dann hoch auf den Burgberg mit dem Gediminas-Turm (das Wahrzeichen von Vilnius - toller Ausblick!), und zum nächsten Rätsel. Denn für Posten 10 stehen gleich 8 verschiedene zur Auswahl, der einzig richtige Posten war nur durch die richtige Interpretation eines gewitzten Punkt-/Strichcodes zu lösen. Es gelingt, wir sind erleichtert und wechseln wenig später nach ca. einer Stunde mit einem Foamboard (Schaumplatte) für ca. 45 min. auf das Wasser der Neris, wo u. a. der 12. Posten auf einer kleinen Insel mitten im Fluss anzusteuern war.

Danach wieder kurz laufen und dann die Rollerblades schnüren. Einzig diese Sektion durfte alternativ zu Fuß zurückgelegt werden – obgleich der Bahnleger einen signifikanten Vorteil versprach, erwies sich zu Fuß einerseits als sicherer (im leichten Gefälle gab es einige Stürze) und andererseits sogar als schneller (wegen zu vieler Spaziergänger). Nach weiteren Laufkilometern sollten nun nach ca. 2,5 Stunden endlich die mitgenommenen Stirnlampen zum Einsatz kommen, denn es ging unter die Erde, mehr als einen Kilometer durch einen engen, knöcheltiefen Regen-Entwässerungstunnel – wie der Wettkampfleiter und Urheber der Vilnius Challenge (ein sehr guter Freund von Mindaugas) interessanterweise im Nachgang berichtete, war mangels Zuständigkeit hierfür keine Nutzungsgenehmigung erforderlich!



Endlich wieder Tageslicht, fortgesetzt im Laufschritt durch angrenzenden Wald und zurück ins Zielgebiet, wo nach 3,5 Std. die Mountainbikes auf uns warteten. Doch der direkt anzusteuernde Wald am Ufer der Neris erlaubte kaum ein Verschnaufen, zu steil waren die Wege, die es ständig auf und ab zu fahren bzw. zu schieben galt. Des Weiteren unsere Unsicherheit zwischen Posten 32 und 40, nicht zu wissen, ob man auf der abzufahrenden Linie und dem anschließenden Wechsel auf das Roadbook nicht irgendwo vom vorgegebenen Weg abgekommen ist und/oder einen Posten übersehen hat? Ferner waren ab und an noch einige künstliche Kletter-Hindernisse zu überwinden um schließlich nach etwas mehr als 5 Stunden das ersehnte Ziel mit allen 42 Kontrollposten zu erreichen. Dies bedeutete für Marcus und Aurimas (Team 'Sportin.lt') einen völlig unerwarteten 18. Rang von fast 250 Herren-Teams, während Mindaugas und Justas (Team 'Sportout.lt') mit Rang 47 ebenfalls noch im vorderen Feld lagen.


Links:
- Veranstalter-Homepage
- Vilnius Challenge auf Facebook (mit vielen Bildern)
- Karte und GPS-Route von Team 'Sportin.lt' (Marcus und Aurimas) und 'Sportout.lt' (Mindaugas und Justas)